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KYC »Know your Customer«

Definition, rechtliche Grundlagen und Wissenswertes: das Know your Customer Prinzip verständlich zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis

Definition & Hintergründe

Was ist KYC?

Unter Know your customer »kurz: KYC; deutsch: Kenne Deinen Kunden« versteht man die Identifizierung und Überprüfung von Bestands- und Neukunden auf Basis geldwäscherechtlicher Anforderungen. 

Mit dem Know Your Customer Prinzip wurden Standards gesetzt, um Geldwäsche (engl. anti money laundering; AML) , Terrorsimusfinanzierung und sonstiger Wirtschaftskriminalität entgegenzuwirken. Zu den Mindestanforderungen von KYC Prüfungen zählen die Identifizierung des Vertragspartners, die Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten und die Abklärung der wirtschaftlichen Hintergründe. Aufgrund verschärfter Vorgaben der EU-Richtlinie und der Novellierung des Geldwäschegesetzes, sind Unternehmen, insbesondere Banken und Finanzunternehmen, immer stärker in der Verantwortung an Geldwäscheprävention mitzuwirken. Dementsprechend sind Prüfungen nach dem Know your Customer Primzip ein fester Bestandteil des Compliance Managements von verpflichteten Unternehmen.

KYC Rechtsgrundlage

Die zentrale Rechtsgrundlage für das Know your Customer Prinzip.

Geldwäschegesetz (GwG)

Die zentrale Rechtsgrundlage für das Know-your-Customer-Prinzip bilden der Artikel 8 der 3. EU-Geldwäsche-Richtlinie, die 4. EU-Geldwäsche-Richtlinie sowie das Geldwäschegesetz (GwG). Zusammen mit dem UK Bribery Act, dem UK Modern Slavery Act oder dem Financial Action Task Force (FATF) bilden die EU-Richtlinien den rechtlichen Rahmen für Know-Your-Customer-Aktivitäten.

Praxishinweis

Anti-Korruptionsgesetze, wie etwa der US Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) oder der UK Bribery Act 2010 (UK BA) verlangen eine angemessene Prüfung und Überwachung von Geschäftspartnern und beinhalten aufgrund ihrer exterritorialen Wirkung auch für deutsche Unternehmen Haftungsrisiken.

Sanktionen

Bei Verstößen drohen den (Finanz-) Unternehmen empfindliche Geldstrafen, Haftstrafen für leitende Mitarbeiter oder sogar die Entziehung der Geschäftserlaubnis.

KYC Prüfung

Welche Informationen müssen bei der KYC Prüfung erfasst werden?

Identifikation juristischer Personen.

Zur Identifikation juristischer Personen sind folgende Daten erforderlich: Geschäftszweck, Branchencode, Sitz, Anzahl der Mitarbeiter, Umsatz, Stammkapital, Gründungsdatum, HR Nummer, Ort Amtsgericht, USt ID, LEI, Sanktionslistenstatus sowie Informationen über die Anteilseigner, Funktionsträger, Beteiligungen und wirtschaftlich Berechtigte.

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Identifikation natürliche Personen.

Bei der KYC Prüfung müssen unter anderem der Name, Zeitraum, Stadt und PeP- und Sanktionslisten-Status von wirtschaftlich Berechtigten, Anteilseignern und Funktionsträgern überprüft werden.

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Prüfung wirtschaftlich Berechtigter.

Die Ermittlung der wirtschaftlich Berechtigten eines Unternehmens steht im Kern Ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. In dem Zusammenhang ist auch die Veränderungen in der Eigentümer- und Kontrollstruktur im Hinblick auf wirtschaftlich Berechtigte stetig zu beobachten. Mit der KYC Prüfung soll u.a. sichergestellt werden, dass der Geschäftspartner auf Sanktions-, Watch- oder PEP-Listen nicht gelistet ist. Grundsätzlich sind die Herkunft von Geldern und Vermögen sowie die Details der geplanten Kundenbeziehung bzw. Transaktion, wie beispielsweise Umfang der Transaktion oder Zahlungsverkehrsarten zu erfassen.

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Dokumentation der KYC Informationen.

Die recherchierten Informationen müssen durch amtliche Dokumente belegt werden. Dementsprechend ist die revisionssichere Archivierung der Dokumente sehr wichtig im Rahmen der KYC Prüfung.

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Verpflichtete nach GwG

Wer ist zur KYC Prüfung verpflichtet?

  • Banken
  • Kreditinstitute
  • Finanzdienstleistungsinstitute
  • Finanzunternehmen
  • Versicherungsunternehmen
  • Rechtsanwälte
  • Notare
  • Wirtschaftsprüfer
  • Steuerberater
  • Immobilienmakler
  • Güterhändler

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